Sonntag, 27. April 2014

Timing

Wird nicht funktionieren, sagt der Verstand. Machen wir's trotzdem, sagt das Herz. Aber schlimmer als Verstand und Herz, ist wohl die Zeit. Verpasste Zeit um genau zu sein. Du hast diesen einen Freund der immer für dich da ist, auf den du dich verlassen kannst, der vielleicht alles für dich tun würde. Doch mehr als Freundschaft ist das natürlich nicht, alle Anzeichen die auf mehr hindeuten werden gekonnt ignoriert und man will bloß nicht zu viel darüber nachdenken. Aber man versteht sich blind, die Bindung wird immer enger und die Anzeichen lassen sich nicht länger ignorieren. Man fängt an sich anders zu verhalten, weil man die Zeichen plötzlich mit anderen Augen sieht. Man fängt an sich die Frage zu stellen ob er immer noch Gefühle hat und ob die eigenen Gefühle plötzlich viel stärker geworden sind. Bis zu einem bestimmten Punkt kann man das noch ganz gut unterdrücken, aber irgendwann platzt es aus einem raus, man hat sich verliebt. Seine Augen leuchten viel mehr als sonst, sein Lächeln lässt dich fast umfallen und nur wenn er da ist, fühlt sich alles viel besser an. Und jetzt? Jetzt könnte alles perfekt sein, er will dich doch schon lange und jetzt endlich hast du es auch verstanden und willst ihn auch. Doch statt Glück folgt Enttäuschung. Zu spät. Man hat zu lange gewartet, zu lange sich vor seinen Gefühlen versteckt, er sieht dich mittlerweile nicht mehr in diesem Licht, er hat schon lange aufgegeben. Keiner kämpft oder wartet ewig, würden wir auch nicht. Das einzige was bleibt ist sich zu ärgern, sich zu fragen wie man die ganze Zeit so blöd sein konnte, weinen weil man alles hätte haben können und jetzt ohne alles da steht. Es tut weh zu spät zu kommen, niemand will zu spät sein. Aber bist du zu spät, dann ist meistens schon jemand vor dir ins Ziel gelaufen und bekommt all das was dir alles bedeutet.

"Better three hours too soon than a minute too late." - William Shakespeare    

Mittwoch, 9. April 2014

Fotoalbum

Alte Fotos anschauen - manchmal was Gutes, manchmal einfach nur traurig. Man erinnert sich gerne an die lustigen, durchgetanzten Nächte mit seinen Mädels und die Schnappschüsse die dabei entstanden sind. Den ein oder anderen hat man vielleicht schon vergessen gehabt und dann kommt die Erinnerung wieder, an den Moment und an die Witze die ihr über den einen schleimigen Typen an der Bar gemacht habt. Oder Fotos von einem schönen Urlaub, leicht kommt man ins Tagträumen und wünscht sich an den Ort zurück.
Doch dann sind da noch diese anderen Fotos, Fotos von einer zerbrochenen Liebe, von ehemaligen Freunden oder von Menschen die man durch den Tod verloren hat. All das sind auch Erinnerungen, aber nicht wirklich welche die einen mit Freude erfüllen. Ich sehe das Bild vor mir, er hält mich in seinen Armen und küsst mich. Das Bild strahlt eine unglaubliche Wärme aus, so als wäre uns alles andere egal gewesen. Wir waren einfach nur glücklich, verliebt und glücklich. Doch die Betonung liegt auf waren. Vergangenheit. Dieses Bild ist nicht mehr als eine Erinnerung, etwas was man nicht mehr wieder erleben wird.
Auf dem anderen Bild ist ein Mädchen was aus vollem Herzen lacht, womöglich über den Jungen der neben ihr steht. Sie versucht schon eine gefühlte Ewigkeit ein Bild mit ihm zumachen wo er mal normal schaut. Doch sie bekommen es einfach nicht hin, weil auch immer jemand anderes mit reinspringt. Freundschaft. Zusammen lachen, zusammen Spaß haben, sich einfach verstehen. Auch vorbei. Einmal ein Vertrauensbruch, nichts wird wieder so wie es war. Schlimmer als dies Erinnerungen ist es, wenn man sich auf Bildern glücklicher sieht als man es jetzt ist. Das Lächeln ist sozusagen auf den Fotos gefangen. Ich glaube es ist nicht schlimm traurig zu werden, wenn man sich solche Bilder anschaut. Es ist nur wichtig das man nicht stehen bleibt und neue Gründe findet um zu lachen. Die Erde dreht sich immer weiter, ob man will oder nicht.

Dienstag, 18. März 2014

Der Weg ist das Ziel

Du willst zwar nach links gehen, doch rechts ist noch ein zweiter Weg. Welchen wird man wohl einschlagen? Bei dem einen Weg gibt es die passende Wegbeschreibung, man weiß welche Hindernisse auf einen warten, man weiß wie man diese umgehen oder lösen kann. Bei dem zweiten Weg ist es anders. Man hat keine Ahnung welche Gefahren auf dem Weg versteckt sind, man weiß nicht ob man überhaupt am Ziel ankommt. Hat man diese zwei Optionen vor Augen wäre man doch eigentlich total dumm den unsicheren Weg zu nehmen. Doch so sind wir Menschen, dumm und naiv. Wir schätzen meist nicht die Dinge die wir sehen, wir suchen immer wieder das Neue und Aufregende. Wer kann schon wissen was der zweite Weg für Abenteuer mit sich bringt oder ob vielleicht das große Glück am Ende wartet. Wir lieben die Herausforderung. Wir wollen immer das es besser kommt als es bereits ist, also nehmen wir den zweiten Weg. Aber es kommt alles anders als gedacht, die Hürden sind größer als vermutet und wir müssen womöglich mehr einstecken als uns lieb ist. Vielleicht verlieren wir durch unsere Entscheidungen Menschen die uns wichtig sind, aber nicht genug. Vielleicht müssen wir einsehen dass, das Ziel nicht zu erreichen ist und wir immer mehr verlieren nur um anzukommen. Doch ist man einmal auf dem Weg, dann gibt es auch kein zurück mehr. Man muss die Dinge so nehmen wie sie gekommen sind und aufhören darüber zu jammern wie es hätte werden können. Wir allein sind für unsere Wege verantwortlich also müssen wir uns manchmal auch den Meinungen anderer stellen. Aber wir sollten aufpassen nicht immer gleich andere für Fehler die man selbst macht verantwortlich zu machen. Meistens suchen wir doch nur jemand der uns ein bisschen Last abnimmt. Wir sollten aufhören immer das eine große Ziel vor Augen zu haben, sondern uns mehr auf die Dinge konzentrieren die uns auf dem Weg begegnen.

Sonntag, 16. März 2014

Das Licht am Horizont

Wenn man am Ende seiner Kräfte ist, dann ist man an dem Punkt wo man sich fragen muss, wie es jetzt weitergehen soll? Setzt du alles daran glücklich zu werden, musst du über rießige Steine steigen, doch manche Steine sind einfach zu groß und der Umweg der um sie herum führt einfach zu lang.
Man versucht immer sein Bestes zu geben, doch was ist wenn das Beste nicht genung ist? Wird es dann an der falschen Stelle eingesetzt oder ist es einfach immer noch nicht das Beste. Es gibt genügend ungerechte Dinge auf der Welt, Menschen die kerngesund sind sterben, Kinder müssen so unter Hunger leiden das sie nicht einmal ihr Leben richtig beginnen können, Naturkatastrophen passieren immer wieder und sind nicht aufzuhalten. Doch die Probleme von uns kleinen Menschen sind auch schwere Lasten die sich durch den Alltag oder durch schlaflose Nächte ziehen. Wir versuchen sie zu leugnen und dementieren das es anderen viel schlimmer geht als uns. Doch eine unerfüllte Liebe, ein Trennungsschmerz, der Vertrauensbruch eines eigentlich guten Freundes, all die Dinge liegen uns im Magen. Wie Steine, man kann sie nicht verdauen, man kann nur versuchen sich mit den Bauchschmerzen zu arrangieren. Manchmal, für ein paar Stunden, oder Tage, klingen sie ab, doch dann kommt wieder einer dieser Momente und alles ist wieder da. Der Schmerz, die Wut, die Angst vor dem Alleine sein, das Vermissen. Wenn du einen Menschen einmal in dein Herz gelassen hast, dann kommt dieser so schnell nicht wieder raus. Wir versuchen es zu unterdrücken, wir reden uns ein das es irgendwann wieder besser wird. Doch wer sieht das Licht am Horizont wirklich, wer kann wirklich von sich behaupten das er zu 100 Prozent weiß das es besser kommt, das jemand besseres kommt. Ein Spruch sagt „Wir suchen immer jemanden der uns zum Lachen bringt, aber letztendlich lieben wir die, die uns zum weinen bringen“ und genau das ist das Problem. Lachen ist eine starke Emotion, wir lachen über kleine Dinge oder zusammen mit der besten Freundin. Doch Weinen, ist wohl die stärkste Emotion, wir weinen aus Wut, wir weinen aus Trauer, wir weinen aus Freude. Weinen kann in jeder Situation die richtige Gefühlslage ausdrücken. Natürlich wollen wir jemanden der uns zum lachen bringt, doch überlegt doch mal, jemand der uns zum weinen bringt, löst Gefühle in uns aus die man meist nicht in Worte ausdrücken kann. Jemand der solche Gefühle in einem auslöst, den kann man nicht vergessen oder beiseite schieben. Nein, man nimmt die kaputten Teile des Herzen zusammen und steckt weiterhin alle Kraft in diese „Liebe“ hinein die man hat. Man kämpft immer weiter, egal wie sehr man am Ende ist. Die Wahrheit ist, wenn du dich einmal in jemanden verliebt hast, dann erträgst du alles, du wartest immer weiter, du hoffst auf irgendein Zeichen und du verlierst dich selbst, immer mehr.

 http://www.youtube.com/watch?v=ZYqcpTYQ8I4